Kleine Chronik - Freiwillige Feuerwehr Kordel
Kleine Chronik
Die 2400 Einwohner zählende Gemeinde Kordel ist reizvoll im südlichen Kylltal gelegen und nach allen Seiten von bewaldeten Bergen umgeben, wobei diese im Süden und Westen bis an die Stadtgrenze von Trier heran reichen. Eine Bundesstrasse (B422), eine Landesstrasse, mehrere Kreisstrassen sowie die Bahnlinie Trier-Köln durchqueren den Ort.  Zu den für Besucher interessanten Dingen gehören neben der schönen Eifellandschaft, die Burg Ramstein und das nach einem Grossbrand neu errichtete Kylltalbad auch das Butzerbachtal, welches durch einen archäologischen Rundwanderweg das ehemalige römische Kupferbergwerk „Pützlöscher“ erschließt.

Die Geschichte des organisierten Brandschutzes in Kordel reicht bis ins Jahr 1867 zurück. Damals zerstörte ein Grossbrand alle zwanzig östlich der Kirche gelegenen Häuser in der heutigen Friedhofstrasse. Da die Brandhilfe bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht geordnet war, erliess der zuständige Bürgermeister Aich aus Ehrang eine Polizeiverordnung. Eine Pflichtfeuerwehr wurde ins Leben gerufen. Diese konnte allerdings nicht verhindern, dass 3 weitere Grossbrände in den folgenden Jahren insgesamt 37 Häuser in Schutt und Asche legten. Es wurde richtig erkannt, dass zur wirkungsvollen Bekämpfung eines Brandes eine bessere Ausrüstung und Ausbildung erforderlich waren. Nach einem Aufruf an die männlichen Bürger des Ortes erfolgte 1902 die Gründung der nun 35 Mann starken Freiwilligen Feuerwehr.

Die Wehr entwickelte sich hervorragend. Im Juni 1927 konnte das 25-jährige Stiftungsfest gefeiert werden. Der 2. Weltkrieg stellte die Wehr vor fast unlösbare Aufgaben, denn die Einsätze häuften sich, aber die meisten Wehrmänner waren an der Front. So mussten Jugendliche und Frauen diesen Platz  einnehmen. Nach dem Ende des Krieges trauerte man um 9 Gefallene, aber trotzdem begann man sofort mit dem Wiederaufbau.

1960 zog man in das neue Gerätehaus in der Wehrstrasse zusammen mit dem ersten Fahrzeug. Bis 1966 kamen noch ein TSF auf Ford FK 1000 und ein LF 15, Baujahr 1939 hinzu. Auch in den folgenden Jahren stand die Entwicklung nicht still und auch die Einsätze nahmen zu, hier besonders die technischen Hilfeleistungen. So kam es zur Übernahme eines Gerätewagen aus Katastrophenschutzbeständen und dem Kauf einer AL 16/4, so dass wiederum ein neues Grätehaus erforderlich war. Im Jahr 1984 wurde das neue Bürgerhaus mit integriertem Feuerwehrgerätehaus als unser heutiges Domizil fertiggestellt. Es enthält neben den Einstellboxen für vier Fahrzeuge einen Schulungsraum mit kleiner Küche und die erforderlichen Sanitärräume. Weiterhin sind  die zentrale Atemschutzwerkstatt (ZAW) und die Pumpenwerkstatt der Verbandsgemeinde (VG) Trier-Land in unserem Haus eingegliedert. Von der Pumpenwerkstatt werden alle ca. 30 Tragkraftspritzen in der VG gewartet und repariert. In der ZAW werden alle Pressluftflaschen gefüllt, alle Masken gereinigt und desinfiziert sowie alle Pressluftatmer gewartet, welche in den 30 Feuerwehren der VG stationiert sind. Aus Platzgründen und aus Immissionsschutzgründen musste der Füllkompressor in einen Bau-container in den Hinterhof ausgelagert werden. Der momentane Fahrzeugpark besteht  aus einem Einsatzleitwagen 1 (ELW1) auf VW LT von 2001, einem Waldbrandspezialfahrzeug (WSF) von 1982 auf Unimog-Fahrgestell mit einem 2200 l. Wassertank, wobei der Waldbrandcontainer auf vier Stützen abgesattelt werden kann und das Fahrzeug so als Transportfahrzeug genutzt werden kann. Neben einer begrenzten feuerwehr-technischen Ausstattung verfügt das WSF über  eine 5t - Frontseilwinde und über eine Motorsäge. Des weiteren steht ein Löschgruppenfahrzeug 8 (LF8), Baujahr 1986 ebenfalls auf Unimog-Fahrgestell zur Verfügung. Neben der Normbeladung befindet sich ein erweiterter Beleuchtungssatz, ein Greifzug und eine Tauchpumpe TP4/1. Vom Bund wurde 1998 ein zwei Jahre alter SW2000 Tr. auf Ivecofahrgestell in Kordel stationiert.  Ausserdem zum Fuhrpark gehört ein Mehr- zweckanhänger  und die bereits erwähnte AL 16/4, die aus Platzgründen in einer Halle der Ortsgemeinde untergestellt ist. Ursprünglich stand der ELW 1 des VG-Wehrleiters noch im Haus, doch  auch dafür gibt es momentan keinen Platz, so dass das Fahrzeug nun beim Wehrleiter steht.  Bestrebungen an dem Platzzustand etwas zu ändern sind im Gange.

Die Alarmierung erfolgt hauptsächlich über Funkmeldeempfänger, mit denen einige der 36 Wehrmännern ausgestattet sind. Bei grösseren Schadenslagen , z.B. bei den fast jährlich auftretenden Überschwemmungen wird Sirenenalarm ausgelöst. So rückt die Wehr im Durchschnitt 60-ig mal pro Jahr aus. Damit der Nachwuchs nicht ausbleibt wurde im Oktober 1987 eine Jugendfeuerwehr gegründet, der 22 Jungen und Mädchen angehören. In den Reihen der Aktiven befinden sich heute viele ehemalige Jugendfeuerwehrmitglieder. Natürlich nimmt die Feuerwehr an den zahlreichen kulturellen Veranstaltungen im Ort sehr rege teil. Besonders die St. Amanduskirmes und der Kordeler Karneval seien hier erwähnt.

Nachdem bereits einige Feuerwehren in unserer Nachbarschaft einen Förderverein gegründet hatten machten auch wir uns Gedanken über die Vorteile einen solchen Verein ins Leben zu rufen. Zunächst galt es die rechtlichen Grundlagen zu beleuchten und uns damit vertraut zu machen. Als dies geschehen war und auch die entsprechenden Leute gefunden waren, welche die verschiedenen Ämter übernehmen wollten, erfolgte am 14. Oktober 2001 die Gründungsversammlung im Feuerwehrgerätehaus. Von den Anwesenden Mitgliedern wurde die Satzung angenommen und der Vorstand gewählt:

1. Vorsitzender:   Albert Koster
Stellv. Vorsitzender:   Richard Schaffner
Kassierer:   Horst Reisen
Schriftführer:   Stephan Roth
Beisitzer:   Rüdiger Fischer
  Peter Heinz

Maßgeblich war der Förderverein an der Durchführung des 100-jährigen Stiftungsfestes vom 28.-30. Juni 2002 beteiligt. Mittlerweile konnten auch erste Ausrüstungsgegenstände durch den Förderverein beschafft werden. Besonders zu erwähnen sind dabei ein Nass-Trockensauger, die Funkgeräte (Zwei- und Viermeterband)für das Gerätehaus bzw. ein weiteres Zweimeterbandgerät (fest eingebaut) für unseren ELW1 und eine Motorkettensäge von Stihl. Auch für die Zukunft sind der Vorstand und die Mitglieder bemüht weitere Projekte anzugehen und finanzielle Mittel zu beschaffen, um notwendige Investitionen angehen oder zumindest unterstützen zu können.
© by Stephan Roth (2002)